Birnengitterrost



Schaderreger und Schadbild


Diese Pilzkrankheit braucht für Ihre Entwicklung zwei "Wirte". Befallen werden praktisch alle Birnensorten. Zu den Zwischenwirten zählen Sadebaum oder andere Zierwachholder.
Auf der Blattoberseite der Birnenblätter entstehen ab Mitte Mai orange-rote, glänzende, einige Millimeter große Flecken (3). Sie wachsen bis zu einer Größe von etwa 1-1,5 cm und werden dunkelrot.
Ab Juli / August bilden sich auf der Blattunterseite knollenförmige 3-4 mm hohe Warzen (4). Ähnliche Gebilde treten manchmal auch auf Trieben, Blattstielen oder sogar Früchten auf. Bei etwa 4-5 Infektionsstellenpro Blatt werden die Blätter vorzeitig abgestoßen, was bei starkem Befall den Baum erheblich schwächen kann.
Wachholdertriebe weisen spindelartige Verdickungen auf.






Schädlingsentwicklung

1. Der Pilz überwintertin den Wachholdertrieben. Im März/April brechen aus den verdickten Wachholdertrieben braune, blasenartige Sporenlager heraus. Bei Regen werden sie zu einer leimartigen Sporenmasse aufgeweicht.

2. Im feuchten Zustand werden die Winterpilzsporen durch Insekten, im trockenen Zustand durch Wind auf die Birnenblätter übertragen.

3. Etwa 14 Tage nach der Infektion erscheinen auf den Oberseiten der Birnenblätter orangefarbene, glänzende flecken, in deren Zentrum sich punktartige klebrige pusteln bilden.

4. Nach der Befruchtung wächst der Pilz zur Blattunterseite durch. Dort bilden sich nach etwa 3-4 monaten im Juli/August knollenartige warzen.

5. Durch die gitterartigen Schlitze in den einzelnen "Zacken" werden gelbe Sommersporen ausgeschleudert, die wieder die Wachholdertriebe infizieren.

6. Nach der Keimung wächst das Pilzmyzel in die Wachholdertriebe hinein. Dadurch kommt es zur Verdickung der Triebe. In dieser form überwintert die Krankheit.


Vorbeugung und Bekämpfung

Da die Krankheit in unserer klimatischen Zone für ihre Verbreitung unbedingt zwei "Wirtspflanzen" braucht, ist das Entfernen einer der beiden Pflanzenarten die beste Bekämpfungsmethode. Die Entscheidung, welche von den beiden Pflanzenarten im eigenen Garten bleiben soll (Wacholder oder Birne), kann erfahrungsgemäß von Nachbar zu Nachbar verschieden ausfallen. Da die Pilzsporen durch den Wind oder Insekten bis zu 500 m weit übertragbar sind, ist der Bekämpfungserfolg auf dem Wege der Einigung der ganzen Nachbarschaft praktisch ein Wunschgedanke.

Chemische Vorbeugung ist nur an den Birnbäumen möglich.

Manche gegen Birnenschorf zugelassenen und vor, während und nach der Blüte (bis Ende Juni) angewandten bekämpfungsmittel reichen bei regelmäßiger Behandlung (5-10 Tage, je feuchter das Wetter, desto öfter) erfahrungsgemäß aus, um dem Ausbruch des Birnengitterrostes vorzubeugen.

Auch hilft eine regelmäßige Düngung um die Pflanzen Widerstandsfähiger zu machen.